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Der „Bubbless Fuel Tank“
von
Bruno Stükerjürgen
In meinem Bericht „Der Kraftstofftank“ habe ich über Auswirkungen einer
fehlerhaften Kraftstoffversorgung für 2-Takt-Motoren geschrieben. Das von mir in
meinem Hubschrauber eingesetzte „Unit“-System hat sich für Flächenmodelle nicht
bewähren können. Bei den häufigen Drehzahlwechseln im Flächenflieger strömt zu
viel Kraftstoff in den Dämpfer über das Druckpendel zurück. Im Hubschrauber ist
eine häufige Drehzahländerung nicht gegeben. Hier funktioniert das „Unit“-System
hervorragend, was jedoch den Einsatz von dem „Bubbless Fuel Tank“ System für
Heliflieger nicht ausschließen muß. Flächenflieger müssen jedoch auf ein gutes
Tanksystem nicht verzichten. Ab sofort ist der bereits erwähnte „Bubbless Fuel
Tank“ erhältlich. Dieses Tanksystem ist in allen Pylon-Rennmodellen dieser Welt
installiert. Es muß also irgend etwas Besonderes an diesem System sein. Wie der
Name des Tanks schon sagt; „Bubbless“ bedeutet nichts anderes als „ohne
Luftblasen“. Denn Luft im Saugschlauch kann für jeden Piloten zum „Alptraum“
werden. Wenn der Pilot sich auf sein Triebwerk nicht verlassen kann, ist die
Konzentration auf das Wesentliche, das Fliegen nicht garantiert. Kann der Pilot
sich nicht auf das Fliegen bzw. Steuern seines schönen Modells konzentrieren,
ist ein Absturz unter Umständen vorprogrammiert. Aber es gibt ja noch den „Bubbless
Fuel Tank“, der für den Motor keine Wünsche offen läßt. Im Heli funktioniert
dieses System genauso gut. Einziges Handicup ist im Heli der Einsatz in
Trainern, in denen spezielle Tankformen vorgesehen sind. Für alle Flieger gibt
es jedoch eine Gemeinsamkeit:
Endlich eine Kraftstoffversorgung, die bedingungslos funktioniert und das
Handling eines jeden Motors erheblich vereinfacht und sicherer macht.
Dieser Tank ist für Piloten, die einen konstanten Motorlauf während des gesamten
Fluges erwarten. Zu einem guten Motor gehört auch eine gute
Kraftstoffversorgung, die den Motor dann noch besser macht. Als Ursache für
häufige Motorprobleme wird der Tank gar nicht oder nur sehr selten in Betracht
gezogen. Mehr über unterschiedliche Tanksysteme und deren Auswirkungen auf das
Laufverhalten eines Motors in meinem Bericht über „Kraftstofftanks“.
Dieses ultimative Tanksystem unterbindet jegliche Nachteile herkömmlicher Tanks:
Aufschäumender Kraftstoff gehört der Vergangenheit an.
Abmagern des Motors bei fallendem Kraftstoffspiegel ist out.
Es ist kein Pendel erforderlich.
Kein überfettender Motor im Rückenflug.
Keine Luftblasen in der Saugleitung
Keine Verbrennungsrückstände und Altöl aus dem Schalldämpfer im sauberen
Kraftstoff.
Der Tank ist zerlegbar und der Zwischenraum kann von Altöl gereinigt werden.
Der Tank benötigt keine Schaumstofflagerung gegen Modellschwingungen.
Dieser Tank kann platzsparend fest montiert werden, z.B. mit Kabelbindern.
Das getankte Kraftstoffvolumen ist für den Flug bis zum letzten Tropfen
verfügbar.
Eine feste Außenhaut unterbindet jegliches Pumpen bei Motorlastwechsel.
Nur eine Saug- und Druckleitung sind erforderlich, keine Überlaufleitung.
Der „Bubbless“ Tank unterscheidet sich äußerlich unwesentlich von „normalen“
Tanks. Lediglich der Druckanschluß für das Abgassystem ist an einer ungewohnten
Stelle angeordnet. Wo aber liegt nun das Geheimnis dieses Systems? Der Tank ist
„doppelwandig“ ausgeführt. Der Kraftstoff wird in eine Latexblase, die sich im
Tank befindet, getankt. Der Druckaufschlag wird nicht wie gewohnt in den
spritführenden Teil des Tanks geblasen, sondern in den Zwischenraum von Blase
und Tankaußenhaut. Dadurch kann der Kaftstoff mit Luft überhaupt nicht in
Berührung kommen. Es ist somit unmöglich aus diesem Tank Luft anzusaugen.
Tips für die Handhabung des „Bubbless Fuel Tanks“:
Entgegen der Beschreibung des Herstellers schließe ich den Tank nur über zwei
Schläuchen an. Der eine Schlauch dient als Saugleitung für den Motor und endet
etwa in der Mitte der Tankblase. Die Durchführung durch den Stopfen in den Tank
erfolgt mit dem beiliegenden 3mm Alurohr. Auf das innenliegende Alurohr wird
zusätzlich ein Silikonschlauch aufgeschoben um Verletzungen an der Blase zu
vermeiden. Das etwa 1 cm überstehende Ende wird mit einer scharfen Klinge
keilförmig ausgeschnitten. Dadurch wird ein eventuelles ansaugen der Blase
verhindert. Mit dem freien Ende wird der Vergaser am System angeschlossen. Der
Zweite Schlauch dient als Druckanschluß. Der seitlich am Tank montierte
Schlauchnippel verbindet das Abgassystem mit dem Zwischenraum von Tank und
Blase. Soweit sind die Anschlüsse für den Flugbetrieb hergestellt. Jetzt muß nur
noch eine Möglichkeit zum Betanken der Blase montiert werden.
Betankung:
Der Saugschlauch sollte zwischen Tank und Vergaser aus dem Modell nach Außen
geführt werden um hier eine Trennstelle zum Betanken einbauen zu können
(Bilder).
Vor dem Betanken muß die Blase mit einer großen Spitze evakuiert werden, also
dem Tank die Luft entzogen werden. Vor der Abname der Spritze muß der
Saugschlauch zum Tank abgeklemmt werden um eine Luftansaugung in den Tank zu
unterbinden. Hierzu fertigt man sich eine Öse mit zwei unterschiedlichen
Öffnungen an (siehe Bilder), die immer am Schlauch hängt. Eine andere
Möglichkeit ist auch ein Abklemmen mit einer Klemmzange mit einer Feststellung.
Als Nächstes wird die Spritze abgenommen und mit Sprit gefüllt (über eine Pumpe
oder Selbstansaugung). Die Spritze wird wieder mit der Saugleitung verbunden. Es
ist unbedingt darauf zu achten, daß sich bis zur Verbindungsstelle keine Luft in
der Spritze und im Schlauch befindet. Erst jetzt wird die Klemmstelle am
Saugschlauch wieder geöffnet. So kann der Sprit ohne Luftzusatz in den Tank
gedrückt werden. Um ein Auslaufen des Tanks zu vermeiden (leichter Überdruck)
sollte vor der Abnahme der Spritze der Saugschlauch wieder abgeklemmt werden und
erst kurz vor dem Motorstart wieder geöffnet werden.
Beim Betanken mit der Spritze muß unbedingt auf aufschäumenden Sprit geachtet
werden. Einige Pumpen vermischen den Sprit je nach Drehrichtung (Handpumpe) mit
reichlich Luft. Also immer darauf achten, daß Sprit ohne Luftbeimischung in die
Spritze gefüllt wird.
Das Betanken hört sich komplizierter an als es ist. Um sich mit diesem genialen
System vertraut machen zu können, kann ich nur empfehlen vor dem Tankeinbau
einige Übungen zu machen. Es ist auch durchaus möglich mit einer guten Handpumpe
nach dem Evakuieren den Tank mit luftfreiem Sprit zu füllen. Auf keinen Fall
sollte eine elektrische Pumpe benutzt werden, da der Tank keinen Überlauf hat
und somit nicht bemerkt wird, wann die Blase voll ist. Es könnte dadurch die
Blase zerstört werden. Übung macht den Meister – der Motor wird es mit einem
konstanten Lauf honorieren.
Rietberg im Oktober 2003
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